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Freisprechungsfeier Sommer 2018 - Handwerk ist auch Heimat

18.09.2018


Bild: Siegfried Bühner

(sbü) Die Kreishandwerkerschaft nutzt ihre Freisprechungsfeiern auch zur Standortbestimmung und Situationsbeschreibung des Handwerks. In Zeiten des großen Zulaufs in die akademischen Berufe ist es nicht selbstverständlich, dass 106 junge Handwerker ihren Gesellenbrief überreicht bekommen.


In den Ansprachen der Freisprechungsfeier für die Nordoberpfalz für die Prüfungsteilnehmer der Sommerprüfungen waren diese und auch andere grundsätzliche Bemerkungen über die Situation im Handwerk zu hören. Für Bürgermeister Lothar Höher repräsentieren Handwerksberufe auch die Heimat. Und "Heimat ist immer wichtiger geworden in einer Welt, die viele nicht mehr verstehen", sagte Höher.


Dass sich die neuen Handwerksgesellen keine Sorge um ihre berufliche Zukunft machen bräuchten, betonte Festrednerin Kathrin Zeller, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Selten wären Fachkräfte so intensiv gesucht worden wie heutzutage, stellte sie fest. Und sie verwies auch auf die Entwicklungsmöglichkeiten im Handwerk, unter anderem auf die 11 000 Betriebe, die im Kammerbezirk auf einen Übernehmer warten würden.


Kreishandwerksmeister Joachim Behrend formulierte den wichtigsten Satz des Tages: "Ich spreche Sie hiermit von den Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis frei." Zukünftig stünden die Handwerksgesellen in eigener Verantwortung. Mit der Freisprechungsfeier werde nicht nur einer Tradition entsprochen, sondern sie soll auch die Wertschätzung für die Nachwuchskräfte ausdrücken, stellte Behrend fest.


Fort- und Weiterbildung in der Gemeinschaft des Oberpfälzer Handwerkerbundes empfahl Josef Schlosser, Vorsitzender dieser Handwerkervereinigung. Die Ansprache als Vertreter der neuen Gesellen sprach
Schreiner Lorenz Weiß. Er lobte sein Handwerk auch deswegen, "weil man weiterhin auf die Geschicklichkeit seiner Hände angewiesen ist".


Hintergrund:
116 Teilnehmer haben an den Abschlussprüfungen in den einzelnen Berufsfeldern absolviert, 106 hatten diese bestanden. Die größte Gruppe waren die Schreiner mit 28 Auszubildenden. 20 Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk, 16 Friseure und 15 Elektroniker, Fachrichtung Automatisierungstechnik bildeten ebenfalls größere Gruppen.

 

Bild: Siegfried Bühner

Als Jahrgangsbeste wurden ausgezeichnet: Die Bäckereiverkäuferinnen Elisabeth Forster (Backhaus Kutzer GmbH, Konnersreuth) und Franziska Dietl (Stadtbäckerei Schaller GmbH, Weiden). Außerdem die Schreiner Johannes Konrad (Firma Wolfgang Weiss, Konnersreuth), Lorenz Weiß (Volante Verkleidungssysteme, Windischeschenbach), Julian Gradl (Firma Georg Bauer, Pressath) Luisa Waldeck und Johannes Zangl (beide von Bauer GmbH & Co KG, Wernberg-Köblitz) Für die musikalische Umrahmung der Freisprechungsfeier am Sonntag sorgte das Bläserensemble der Musikschule Vierstädtedreieck Pressath unter der Leitung von René-Pascal Bauer.

 
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